Einsteiger-Headsets im Test

Allgemein on Mai 10th, 2010 8 Comments

Audioqualität spielt eine große Rolle beim Screencasting. Wenn jemand einfach “Video-Blogging” betreibt oder nur etwas im Video mitteilen möchte – so wie ich in meinen Screencasts hier – ist das aber nicht wirklich ausschlaggebend. Deswegen möchte man als Einsteiger nicht gleich mehrere Hundert Euro für Mikrofon ausgeben, um eine Studio-Qualität zu bekommen.

Es gibt aber Headsets, die für wenig Geld bereits relativ gute Ergebnisse liefern. Heute habe ich für euch drei ausgewählte Modelle getestet.

  • Logitech USB Headset H330
  • Medusa NX Stereo Gaming Headset
  • Sennheiser PC 36 USB

Da ich selbst die technischen Tests als Fließtext nicht wirklich gut erfassen kann, hier einfach stichpunktartig meine Review-Ergebnisse und Meinungen zu dem jeweiligen Headset. Es war kein Labor-Test mit speziellen Messgeräten. Es war einfach ein Praxistest unter Bedingungen, wie sie bei einem “normalen” Screencaster auch sein werden. Die Hörbeispiele für das jeweilige Headset findet ihr unten im eingebetteten Video.

“Testsystem”

  • Quad Core CPU mit 2,67 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • Soundchip: VIA High Definition Audio VT1828S
  • Windows 7
  • Aufnahme-Programm: Camtasia Studio 7
  • Umgebung: Wohnzimmer mit geschlossenen Fenstern (die Vögel haben zu laut und so verführerisch gesungen =) Außerdem habe ich versucht während Aufnahme, die Tipps aus dem Blogpost “Tips for Audio and Voice Overs“ von Chris McQueen (TechSmith) zu beachten.

By the way: weitere Infos zu Hardware für Screencasting findet man im Blogpost “Hardware für Screencasting“.

Logitech USB Headset H330

  • Keine Installation-CD – ein Zeichen dafür, dass keine wirkliche Installation erforderlich ist =)
  • Kabellänge 2 m, USB-Anschluss
  • Ohrmuscheln werden angepresst und sind relativ groß. Sie sind mit dem Bügel flexibel verbunden und passen sich somit besser der Kopfform an
  • Leicht
  • Bügelumfang lässt sich etwas schwer einstellen, evtl. geht das nach einer “Einreibungszeit” weg
  • Mikrofon auf der rechten Seite, lässt sich stufenlos einstellen
  • Kein Lautstärkeregler und Mikrofonstummschlater am Kabel
  • Kabel etwas dicker als normal, was die Verwicklung verhindert
  • Gerät wurde vom System sofort erkannt und war gleich einsatzbereit
  • Skype-Test gut, jedoch hörte die Testperson sehr leises Pfeifen im Hintergrund
  • Straßenpreis: ca. 23 €

Medusa NX Stereo Gaming HeadsetMedusa Gaming Stereo Headset

  • Zusätzlicher Adapter von 3,5mm auf 6,2mm-Stecker
  • Kabellänge 2,8 m, Analog-Anschluss
  • Sehr gute Materialqulität, stabiler Aufbau. Der Bügel ist gepolstert.
  • Ohrmuscheln umschließen sanft die Ohren und sitzen sehr angenehmen
  • Bügel lässt sich leicht verstellen und es sind sogar nummerierte Markierungen drauf
  • Mikrofon ist auf der linken Seite angebracht und kann stufenlos gedreht und zusätzlich dank flexiblem Halter genau positioniert werden
  • Integrierte Kabelfernbedienung mit Lautstärkeregler,  Tone-Regler und Mikrofonstummschaltung
  • Dicker stabiler Kabel
  • Von Windows ohne Probleme erkannt (was für analoge Geräte meistens der Fall ist).
  • Die Klangqualität vom Mikrofon war im Skype gut, man hörte jedoch ganz leichtes Hintergrundrauschen
  • Straßenpreis: ca. 22 €

Sennheiser PC 36 USBSennheiser PC 36 USB Headset

  • Auch keine CD
  • Kabellänge 3 m, USB-Anschluss
  • Insgesamt ziemlich stabil gebaut, Bügel etwas klapprig
  • Ohrmuscheln werden angedruckt und waren für meine Ohren relativ klein. Es hat sich so angefühlt, als würden sie gleich wegrutschen. Nach einigen Minuten hat man sich jedoch daran gewöhnt und merkte gar nichts.
  • Leicht
  • Verstellung im feinen Raster möglich
  • Mikrofon ist auf der linken Seite und lässt sich auch stufenweise einstellen
  • Lautstärkeregler und Mikrofon-Stummschalter am Kabel
  • Etwas “gummiartiger” Kabel – verwickelt sich nicht so leicht
  • Einstecken, das Gerät war nach wenigen Sekunden einsatzbereit
  • Die Testperson im Skype empfand meine Stimme als sehr klar und deutlich
  • Straßenpreis: ca. 45 €

Text kommt aus dem Märchen “Hänsel und Grätel”: Hänsel und Gretel saßen um das Feuer, und als der Mittag kam, aß jedes sein Stücklein Brot. Und weil sie die Schläge der Holzaxt hörten, so glaubten sie, ihr Vater wär’ in der Nähe.

Fazit

Alle Geräte haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und man bekommt für sein Geld das, was versprochen wurde. Obwohl der “Sennheiser PC 36 USB” fast doppelt so viel wie die anderen zwei Modelle kostet, lohnt sich der Aufpreis aus meiner Sicht, da die Aufnahme deutlich klarer ist.

Was für Aufnahme-Equipment verwendet ihr? Standmikrofone? Ansteck-Mikrofone? Oder reicht manchmal auch das integrierte Netbook-Mikro?

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

8 Responses to “Einsteiger-Headsets im Test”

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by screenfab.de. screenfab.de said: Endlich da! Einsteiger-Headsets für Screencasting im Test. Mit Hörbeispielen für jedes Mikrofon. http://ow.ly/1JvuC [...]

  2. Anton Bollen sagt:

    Schöner Blogpost – werde auch auf meinem Blog darüber berichten. Meiner Meinung nach hat sich das Sennheiser Mikro am Besten bewährt — die anderen sind aber auch nicht schlecht.

    Welches Mikro benutzen Sie denn normalerweise?

  3. wapr sagt:

    Danke!
    Ich verwende aktuell für einfache Aufnahmen Plantronics .audio 350 PC Headset. Schaffe mir aber bald etwas besseres und vor Allem mit USB-Anschluss an.

    Für Profi-Screencasts, nehme ich das Audio nicht selbst auf, sondern arbeite mit professionellen Sprechern, die dann ihr eigenes Equipment im Studio benutzen. Was die dann für Mikrofone nehmen, weiß ich gar nicht… wahrscheinlich etwas im vierstelligen Bereich =)

    Über den Bericht in Ihrem Blog freue ich mich natürlich!

  4. eyeIT sagt:

    Ich habe eine Microstar Binaural von GN Resound. Nicht für Screencasten ;) sondern eigentlich fürs Telefonieren. Ich habe da einen Verstärker, der auch an den PC anschliessbar ist. Funktioniert gut, nur konnte ich den leider fürs Screencasten noch nicht nutzen. Mein alter PC scheint eine Soundkarte zu haben, die sich mit Camtasia nicht versteht.

  5. eyeIT sagt:

    Danke für Deine Tweets. Übrigens, das Sennheiser finde ich interessant, wenn auch eher teuer: hast Du den Test nur in einer einzigen Verbindung versucht oder hast Du öfters damit angerufen? Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass Skype je nach Leitung mal so und mal so ist, vor allem wenn man auf ein Festnetztelefon anruft – und nach Asien.

    Super Blog, ich habe es abonniert :)

  6. eyeIT sagt:

    Ich bin jetzt noch dazu gekommen, die Aufnahmen zu hören – wow, muss ich sagen: Die Unterschiede sind tatsächlich recht gross, das hatte ich SO nicht erwartet. Als Gehörloser hatte ich aber leider nur beim Sennheiser etwas verstehen können – da wird diese Marke seinem Ruf absolut gerecht. Wenn sich dieses Gerät als induktionstauglich (für Hörgeräte bzw. Cochlea-Implantate) erweisen sollte, werde ich es mir kaufen. Ich werde darüber bloggen ;)

  7. wapr sagt:

    Hi eyeIT. Danke für die Kommentare!

    Im Skype-Test habe ich auch zu Skype angerufen.Ich hatte bisher die Beobachtung gemacht, dass zumindest bei mir die Klangqualität konstant war. Deswegen jeweils nur ein mal angerufen. Ich habe aber einen 32Mbit und mein Tester 16Mbit Anschluss.

    Dass du meinen Blog abonniert hast, freut mich! Habe mir kurz deine Themen angeschaut – hört sich interessant an => RSS’ed =)

    P.S.: “Wir Schweizer sind bekanntlich ein seltsames Volk” ^^

Leave a Reply